Was ist RFID?

Radio Frequency Identification (RFID) ist eine drahtlose Technologie, die Radiowellen nutzt, um an Objekten angebrachte Tags automatisch zu identifizieren und zu verfolgen.

Kernkomponenten

Der RFID-Tag

Besteht aus einem Mikrochip und einer Antenne. Er speichert Daten und überträgt diese bei Aktivierung.

Das Lesegerät

Auch als Interrogator bekannt. Er sendet Radiowellen aus, um Tags mit Energie zu versorgen und deren Daten zu lesen.

Die RFID-Antenne

Überträgt das Signal des Lesegeräts und empfängt die Antwort des Tags. Sie kann integriert oder separat sein.

Backend-System

Software und Datenbank, die die gelesenen Daten verarbeiten und in verwertbare Erkenntnisse umwandeln.

Wie es funktioniert

  • 1

    Signalübertragung

    Das Lesegerät sendet Radiowellen aus, um nach Tags zu suchen.

  • 2

    Aktivierung

    Der Tag tritt in das Feld ein und nutzt die Energie, um 'aufzuwachen'.

  • 3

    Datenaustausch

    Der Tag überträgt seine eindeutige ID zurück an das Lesegerät.

  • 4

    Verarbeitung

    Das Lesegerät sendet die Daten zur weiteren Verarbeitung an das Host-System.

Was ist RFID?

Frequenztypen

BandLesereichweiteGängige Anwendungsfälle
LF (Niederfrequenz)< 10 cmTierkennzeichnung, Zugangskontrolle
HF (Hochfrequenz / NFC)1 cm - 1 mZahlungen, Ticketing, Bibliotheken
UHF (Ultrahochfrequenz)Bis zu 12 m+Einzelhandelsinventar, Logistik, Asset-Tracking

1. Einführung für Führungskräfte

Die unsichtbare Revolution: RFID (Radio Frequency Identification) hat sich still und leise in den Alltag eingewoben und arbeitet oft ungesehen hinter den Kulissen der wichtigsten Infrastrukturen der Welt. Von der Fahrkarte, die Sie zum Pendeln antippen, bis hin zur nahtlosen Bestandsverfolgung in modernen Einzelhandelsgeschäften – RFID ist der stille Motor der Effizienz.

High-Level-Definition: Im Kern ist RFID nicht bloß ein 'Barcode-Ersatz'. Während Barcodes Sichtkontakt und manuelles Scannen erfordern, ermöglicht RFID die Datenerfassung ohne Sichtkontakt und in großen Mengen. Es verwandelt physische Artikel in digitale Assets, die ihre Anwesenheit im Netzwerk 'ankündigen' können.

Das Wertversprechen: Die wahre Stärke von RFID liegt in der Fähigkeit, die physische und die digitale Welt zu verbinden. Es bietet eine beispiellose Bestandsgenauigkeit (oftmals Steigerung von 65 % auf 99 %), automatisiert arbeitsintensive Prozesse und bietet Echtzeit-Transparenz, die datengesteuerte Entscheidungen ermöglicht.

2. Die Physik und Mechanik von RFID

Um RFID zu verstehen, muss man sich mit den grundlegenden physikalischen Prinzipien von Radiowellen und Energy Harvesting befassen. Das System beruht auf dem Prinzip des 'Backscatter' (Rückstreuung) oder der 'induktiven Kopplung', abhängig von der Frequenz.

Wie es funktioniert

Die meisten passiven RFID-Systeme arbeiten nach dem Prinzip 'Reader-Talks-First'. Das Lesegerät sendet eine kontinuierliche Welle (CW) von HF-Energie aus. Wenn ein Tag in dieses Feld eintritt, wird er mit Strom versorgt und moduliert die Reflexion dieser Welle, um zurückzukommunizieren.

Kopplungsmethoden

  • Induktive Kopplung (LF/HF): Nutzt ein Magnetfeld. Die Spule des Lesegeräts und die Spule des Tags bilden einen Transformator. Funktioniert nur im Nahbereich (Nahfeld).
  • Strahlungskopplung (UHF): Verwendet elektromagnetische Wellen. Der Tag reflektiert einen Teil der ankommenden Energie zurück zum Lesegerät (Backscatter). Ermöglicht die Kommunikation über große Entfernungen (Fernfeld).

Komponenten des Systems

1

Tag (Transponder)

Der Tag (Transponder): Besteht aus einem Mikrochip (IC), der Daten und Logik speichert, verbunden mit einer Antenne, die Energie sammelt und Signale überträgt. Chip und Antenne sind auf einem Substrat (PET/Papier) aufgebracht.

2

Reader (Interrogator)

Das Lesegerät (Interrogator): Das Gehirn des Systems. Es erzeugt das HF-Signal, empfängt die Antwort des Tags und dekodiert die Binärdaten. Lesegeräte können stationär (an Docktoren montiert) oder handgehalten (für mobiles Inventar) sein.

3

Antenna

Die Antenne: Die Stimme und die Ohren des Lesegeräts. Sie formt das HF-Feld. Zirkular polarisierte Antennen sind vielseitig und können Tags in jeder Ausrichtung lesen, während linear polarisierte Antennen eine größere Reichweite bieten, aber eine spezifische Ausrichtung des Tags erfordern.

3. Aufschlüsselung des Frequenzspektrums

125 – 134 kHz

Niederfrequenz (LF)

Nutzt induktive Kopplung. Extrem robust in der Nähe von Metallen und Flüssigkeiten, hat aber eine sehr kurze Reichweite und niedrige Datenraten. Standard für Tierkennzeichnung und einfache Zugangskontrolle.

13,56 MHz

Hochfrequenz (HF) & NFC

Nutzt ebenfalls induktive Kopplung. Global reguliert. NFC (Near Field Communication) ist eine Untergruppe von HF. Ideal für sichere Zahlungen, Ticketing und Kundeninteraktion ('Tap-to-Connect').

860 – 960 MHz

Ultrahochfrequenz (UHF - RAIN RFID)

Nutzt Strahlungskopplung. Der Standard für Lieferkette und Einzelhandel. Bietet große Lesereichweiten (bis zu 12 m+), schnelle Datenübertragung und Massenlesekapazität (hunderte Tags pro Sekunde).

Energiequellen

Passive: Passiv: Keine Batterie. Wird vollständig durch das Feld des Lesegeräts mit Strom versorgt. Unbegrenzte Lebensdauer, geringe Kosten.
Active: Aktiv: Integrierte Batterie zum Senden. Größte Reichweite (100 m+), aber teuer und begrenzte Lebensdauer.
BAP: Batteriegestütztes Passiv (BAP): Die Batterie verstärkt das Rücksignal, initiiert es aber nicht. Spezielle Anwendungsfälle.

4. Hardware Deep Dive: Anatomie eines Tags

5. Software-Architektur und Datenmanagement

Die Hardware sieht jeden Tag 100 Mal pro Sekunde. Aufgabe der Software ist es, dieses 'Rauschen' in aussagekräftige Geschäftsereignisse zu filtern.

Middleware

Middleware (wie der ALE-Standard) sitzt zwischen Lesegeräten und Anwendungen. Sie konfiguriert Lesereinstellungen, verwaltet Firmware und übersetzt rohe HF-Signale in logische Daten.

Filterung und Edgeware

Rohdaten werden am 'Edge' gefiltert. Algorithmen deduplizieren Lesevorgänge, filtern Streulesungen heraus und aggregieren Daten zu logischen Ereignissen wie 'Artikel eingetroffen' oder 'Artikel versendet', bevor sie an die Cloud gesendet werden.

Integration

Bereinigte Daten werden über APIs, Webhooks oder MQTT an ERP-Systeme (SAP, Oracle) oder WMS übertragen. Dieser Echtzeit-Abgleich stellt sicher, dass der 'digitale Zwilling' der physischen Realität entspricht.

6. Branchenspezifische Anwendungsfälle

Einzelhandel & Mode

Steigert die Bestandsgenauigkeit auf 99 % durch wöchentliche Bestandsaufnahmen, die Minuten statt Stunden dauern. Ermöglicht smarte Umkleidekabinen, 'Magic Mirrors' und reibungslose BOPIS-Prozesse (Buy Online, Pickup In Store).

Logistik & Lieferkette

Automatisierte Prüfung an Docktoren ('ASNs'). Echtzeit-Verfolgung von Mehrwegtransportbehältern (Paletten, Kisten). Cross-Docking ohne manuellen Aufwand.

Fertigung & Industrie

Vollständige Rückverfolgbarkeit von unfertigen Erzeugnissen (WIP). Werkzeugverfolgung zur Vermeidung von Fremdkörperrückständen (FOD). Automatisierte Genealogie von montierten Teilen.

Gesundheitswesen & Pharma

Serialisierte Verfolgung von Medikamenten zur Fälschungssicherheit. Asset-Tracking für hochwertige Geräte wie Infusionspumpen. Verfolgung chirurgischer Instrumente zur Einhaltung von Sterilisationsvorschriften.

Kühlkette & Lebensmittel

Temperatur-Logging-Tags überwachen leicht verderbliche Waren vom Erzeuger bis zum Verbraucher. Wenn Grenzwerte überschritten werden, markiert der Tag den Artikel und gewährleistet so Lebensmittelsicherheit und Compliance.

7. Implementierungsstrategie: Vom Pilotprojekt zur Skalierung

Standortanalyse

Bevor Sie Tags kaufen, analysieren Sie die Umgebung. HF-Interferenzen (Metallregale, Wasserleitungen, WLAN-Netzwerke) müssen kartiert werden, um Lesegeräte korrekt zu positionieren.

Die Tagging-Entscheidung

Wo wird der Tag angebracht? 'Item-Level'-Tagging bietet volle Transparenz, kostet aber mehr. 'Case-Level' oder 'Pallet-Level' ist kostengünstiger, aber weniger detailliert. Die Platzierung der Tags muss konsistent sein, um die Lesbarkeit sicherzustellen.

Physikalische Herausforderungen

Das Kennzeichnen von Flüssigkeiten (Wasser absorbiert HF) und Metallen (Metall reflektiert/verstimmt HF) erfordert spezielle Tags. On-Metal-Tags verwenden einen Abstandshalter, um einen Miniraum für das Signal zu schaffen.

ROI-Berechnung

Der ROI ergibt sich aus Arbeitseinsparungen (96 % weniger Zeit für die Inventur), Reduzierung von Schwund (wissen, was wann gestohlen wurde) und gesteigerten Umsätzen (Artikel sind tatsächlich im Regal).

8. Sicherheit, Datenschutz und Standards

Datensicherheit
Tags können gesperrt oder 'getötet' (dauerhaft deaktiviert) werden am Point-of-Sale. Kryptografische Tags verhindern das Klonen zur Fälschungssicherung.
Global Standards
Die Welt nutzt GS1 EPC Gen2 (ISO 18000-6C). Dies stellt sicher, dass ein in Vietnam gekaufter Tag von einem Lesegerät in den USA gelesen werden kann.
Datenschutzaspekte
Im Gegensatz zu GPS kann passives RFID Personen nicht über weite Strecken verfolgen. Der Schutz der Privatsphäre der Verbraucher wird jedoch durch 'Kill'-Funktionen und klare Kennzeichnung gewährleistet.

9. Die Zukunft: RFID in der Ära von IoT und KI

Digitaler Produktpass (DPP)

Künftige EU-Vorschriften werden für Produkte eine digitale Aufzeichnung ihrer Nachhaltigkeit verlangen. RFID wird diese Daten für Recycling und Kreislaufwirtschaft bereitstellen.

Gedruckte Elektronik

Trend zu 'chiplosen' oder gedruckten Kohlenstoffantennen zur Kostensenkung und Verringerung der Umweltbelastung, wodurch RFID selbst für preiswerte Lebensmittel rentabel wird.

KI-Integration

Machine-Learning-Modelle analysieren die Millionen von Datenpunkten der RFID-Lesegeräte, um Engpässe in der Lieferkette vorherzusagen, bevor sie entstehen.

Umfassendes RFID FAQ

Grundlagen von RFID

Wofür steht RFID?

RFID steht für Radio Frequency Identification (radiofrequenzbasierte Identifikation). Auch wenn der Name technisch klingen mag, ist das Konzept recht einfach: Es ist eine drahtlose Technologie, die Radiowellen nutzt, um an Objekten angebrachte Tags automatisch zu identifizieren und zu verfolgen. Stellen Sie es sich wie eine drahtlose Version eines Barcodes vor. Im Gegensatz zum Barcode, der zum Scannen gesehen werden muss, nutzt RFID Radiowellen, um mit dem Lesegerät zu 'sprechen', was eine Identifizierung ohne direkten Sichtkontakt ermöglicht.

Was sind die Hauptkomponenten eines RFID-Systems?

Ein RFID-System ist nicht nur ein einzelnes Gerät; es ist ein Team aus drei Hauptakteuren. Erstens gibt es den RFID-Tag (oder Transponder) – einen winzigen Mikrochip mit einer Antenne, der am zu verfolgenden Artikel angebracht wird. Zweitens gibt es das RFID-Lesegerät (oder Interrogator), das als Gehirn fungiert und Radiosignale aussendet, um die Tags zu finden. Schließlich gibt es die Antenne, die als Stimme und Ohren des Lesegeräts fungiert, das Signal aussendet und auf die Antwort des Tags lauscht. Zusammen bilden sie eine nahtlose Kommunikationsschleife.

Wie funktioniert die RFID-Technologie?

Die Magie von RFID geschieht durch einen Prozess namens 'Backscatter' (Rückstreuung) oder 'Kopplung'. Es beginnt, wenn das Lesegerät über seine Antenne ein Radiowellensignal aussendet, um nach Tags in der Nähe zu suchen. Wenn ein passiver RFID-Tag in diesen Bereich eintritt, fängt seine Antenne die Energie aus dem Signal des Lesegeräts auf. Diese Energie aktiviert den winzigen Chip im Tag. Der Tag nutzt dann dieselbe Energie, um ein Signal an das Lesegerät zurückzureflektieren, das seine eindeutige Identifikationsnummer enthält. Das Lesegerät erfasst diese Reflexion, dekodiert die Nummer und sendet sie zur Verarbeitung an ein Computersystem – und das alles in Bruchteilen einer Sekunde.

Was ist der Unterschied zwischen einem passiven und einem aktiven Tag?

Der Hauptunterschied liegt in der Energiequelle. Passive Tags sind der gängigste und preiswerteste Typ; sie haben keine interne Batterie. Sie bleiben inaktiv, bis sie durch die Energie der Radiowellen eines RFID-Lesegeräts 'geweckt' werden. Da sie keine Batterie haben, sind sie günstiger und halten praktisch ewig. Aktive Tags hingegen verfügen über eine eigene eingebaute Batterie. Dadurch können sie ihr Signal viel lauter und weiter senden – über 100 Meter weit –, sind aber größer, teurer und die Batterie geht irgendwann leer.

Was ist ein semipassiver (oder batteriegestützter) Tag?

Ein semipassiver (auch Battery-Assisted Passive oder BAP genannt) Tag ist ein Hybridtyp. Er hat eine kleine Batterie, nutzt diese aber im Gegensatz zu einem aktiven Tag nicht, um ein Signal auszusenden. Stattdessen dient die Batterie nur dazu, den Chip am Laufen zu halten oder Sensoren an Bord (wie einen Temperaturlogger) mit Strom zu versorgen. Für die Kommunikation ist er nach wie vor auf das Signal des Lesegeräts angewiesen. Dieses Design bietet eine höhere Empfindlichkeit und Lesezuverlässigkeit als ein herkömmlicher passiver Tag, ohne die hohen Kosten und den Stromverbrauch eines voll aktiven Tags.

Frequenzen und Leistung

Was sind die gängigen RFID-Frequenzbereiche?

RFID ist keine Universallösung; es arbeitet je nach Aufgabe in verschiedenen 'Frequenzbändern'. Niederfrequenz (LF) arbeitet bei 125–134 kHz; sie hat eine kurze Reichweite, ist aber robust und eignet sich hervorragend für die Tierkennzeichnung. Hochfrequenz (HF) läuft bei 13,56 MHz; dazu gehört die NFC-Technologie für Zahlungen und Schlüsselkarten. Ultrahochfrequenz (UHF) schließlich arbeitet bei 860–960 MHz; dies ist das Kraftpaket für Lieferkette und Einzelhandel, da es große Lesereichweiten (bis zu 12 m) und schnelle Datenübertragungsraten bietet.

Wie weit kann ein RFID-Tag gelesen werden?

Die Leseentfernung variiert stark je nach Tag-Typ und verwendeter Frequenz. Bei LF- und HF/NFC-Tags ist die Reichweite bewusst kurz – meist von Berührung bis zu 1 Meter – für Sicherheit und Präzision. Passive UHF-Tags, der Standard für das Inventar, können typischerweise aus 5 bis 12 Metern Entfernung gelesen werden. Wenn Sie eine extreme Reichweite benötigen: Aktive Tags mit Batterien können problemlos aus über 100 Metern Entfernung gelesen werden, was sie ideal für die Verfolgung von LKWs oder Containern auf großen Plätzen macht.

Kann RFID mehrere Artikel gleichzeitig lesen?

Absolut! Das ist eine der Superkräfte von RFID im Vergleich zum Barcode. Ein Barcodescanner kann immer nur einen Code auf einmal lesen, aber ein RFID-Lesegerät kann hunderte von Tags gleichzeitig in nur wenigen Sekunden identifizieren. Diese Fähigkeit wird 'Massenlesung' oder 'Anti-Kollision' genannt. Das bedeutet, dass Sie mit einem Handlesegerät über einen Karton mit 50 Hemden fahren können und alle sofort gezählt werden, ohne den Karton jemals öffnen zu müssen.

Erfordert RFID einen direkten Sichtkontakt?

Nein, und das ist ein entscheidender Vorteil. Radiowellen können die meisten gängigen Materialien durchdringen. Das bedeutet, dass ein RFID-Lesegerät einen Tag auch dann 'sehen' kann, wenn er sich in einem Pappkarton befindet, in einem Stapel Kleidung vergraben ist oder sich hinter einer Kunststoffplatte befindet. Solange das Material kein Metall ist (das Signale reflektiert) oder Wasser (das sie absorbiert), dringen die Radiowellen hindurch, um den Tag zu lesen.

Beeinflussen Metall und Flüssigkeit die RFID-Leistung?

Ja, sie sind die natürlichen Feinde herkömmlicher RFID-Signale. Metalloberflächen wirken wie ein Spiegel für Radiowellen, reflektieren sie und verhindern so, dass der Tag aufgeladen wird. Flüssigkeiten (wie Wasser in einer Flasche oder der menschliche Körper) absorbieren die Energie und dämpfen das Signal. Ingenieure haben dies jedoch mit speziellen 'On-Metal-Tags' gelöst, die als Abstandshalter fungieren, um die Antenne von der Metalloberfläche abzuheben, sowie durch die Abstimmung von Tags speziell für den Einsatz in der Nähe von Flüssigkeiten. Es ist also eine Herausforderung, aber eine lösbare.

RFID im Vergleich zu anderen Technologien

Wie unterscheidet sich RFID von einem Barcode?

Stellen Sie sich einen Barcode wie ein Nummernschild vor, das Sie deutlich fotografieren müssen, um es zu lesen – Sie brauchen gutes Licht und direkten Sichtkontakt. RFID ist wie ein E-ZPass-Maut-Transponder; er muss sich nur in der Nähe des Lesegeräts befinden, um erkannt zu werden. Barcodes sind 'schreibgeschützt' und generisch (identifizieren den Produkttyp), während RFID-Tags in großen Mengen gescannt werden können, ohne gesehen zu werden, eindeutige Seriennummern für jeden einzelnen Artikel speichern können und manche sogar mit neuen Daten überschrieben werden können.

Was ist der Unterschied zwischen RFID und NFC?

Dies ist ein häufiger Punkt der Verwirrung: NFC (Near Field Communication) ist eigentlich eine spezielle Art von RFID. Sie arbeitet im Hochfrequenzbereich (HF). Der Hauptunterschied liegt in der Nutzung und Reichweite. Allgemeines RFID (insbesondere UHF) ist auf Reichweite und Volumen ausgelegt – zum Verfolgen von Kisten in einem Lager aus 10 Metern Entfernung. NFC ist für Nähe und Sicherheit konzipiert – zur sicheren Datenübertragung über nur wenige Zentimeter, wie zum Beispiel beim Bezahlen mit dem Handy oder beim Koppeln eines Bluetooth-Lautsprechers.

Ist RFID teurer als Barcodes?

Auf Basis der Einzel-Tags gesehen: ja. Ein Barcode ist praktisch kostenlos – er besteht nur aus Tinte auf Papier. Ein passiver RFID-Tag enthält einen Mikrochip und eine Antenne und kostet zwischen 5 und 15 Cent. Wenn man jedoch nur auf die Tag-Kosten schaut, verfehlt man das Gesamtbild. Der Wert von RFID ergibt sich aus den massiven Arbeitsersparnissen (Bestandsaufnahme in Minuten statt in Tagen) und dem Genauigkeitsgewinn (Vermeidung entgangener Umsätze durch nicht vorrätige Artikel). Für die meisten Unternehmen überwiegen diese betrieblichen Einsparungen die Kosten für die Tags bei weitem.

Anwendungen und Nutzung

Was sind gängige Anwendungen für RFID im Einzelhandel?

Einzelhändler nutzen RFID für die Bestandsverwaltung in Echtzeit, Diebstahlprävention und schnellere Kassiervorgänge. Es trägt dazu bei, dass die Regale immer gefüllt sind, und reduziert den Zeitaufwand für die manuelle Inventur. Statt manueller Zählungen, die einmal im Jahr stattfinden, kann das Personal wöchentliche Bestandsprüfungen in Minuten mit einem Handgerät durchführen. Dies stellt sicher, dass das System genau weiß, was vorrätig ist, ermöglicht Funktionen wie 'Smarte Umkleidekabinen' (die passende Artikel empfehlen) und macht 'Buy Online, Pickup In Store' (BOPIS) zuverlässig, da die Bestandsdaten tatsächlich stimmen.

Wie wird RFID in der Logistik und in Lieferketten eingesetzt?

In der Logistik sind Geschwindigkeit und Genauigkeit alles. RFID-Portale werden an Docktoren platziert, damit das System beim Verladen einer Palette automatisch jeden einzelnen Artikel erfasst und die Sendung sofort mit der Bestellung abgleicht. Es erstellt eine digitale Spur für jeden Karton und stellt sicher, dass die richtigen Waren an den richtigen Bestimmungsort gelangen, ohne dass jemand anhalten und mit einem Barcodescanner auf jeden Karton zielen muss.

Gibt es Anwendungen für RFID im Gesundheitswesen?

Im Gesundheitswesen kann RFID buchstäblich zum Lebensretter werden. Es wird verwendet, um hochwertige Assets wie Infusionspumpen und Rollstühle zu verfolgen, damit Pflegekräfte keine Zeit mit der Suche verschwenden. Es ist entscheidend für das Medikamentenmanagement, um sicherzustellen, dass Medikamente echt und nicht abgelaufen sind. Zudem wird es zur Patientensicherheit mittels Armbändern eingesetzt, um die Identität vor Operationen zu bestätigen, und sogar zur Verfolgung chirurgischer Schwämme, um sicherzustellen, dass nach einer Operation nichts im Körper zurückbleibt.

Wie wird RFID für die Zugangskontrolle eingesetzt?

Wahrscheinlich nutzen Sie dies jeden Tag, ohne es zu merken! Die Schlüsselkarte, die Sie zum Betreten Ihres Büros antippen, oder der Chip für Ihr Wohnhaus nutzt LF- oder HF-RFID. Wenn Sie die Karte in die Nähe des Lesegeräts an der Wand halten, aktiviert das Lesegerät den Chip der Karte, gleicht deren eindeutigen ID-Code mit einer Datenbank autorisierter Benutzer ab und entriegelt bei Übereinstimmung die Tür. Es ist sicher, einfach zu verwalten (Karten können sofort deaktiviert werden) und bequem.

Sicherheit, Datenschutz und Zukunft

Sind die Daten auf einem RFID-Tag sicher?

Die Sicherheit variiert je nach Tag-Typ, aber modernes RFID bietet robuste Optionen. Einfache Inventar-Tags fungieren wie ein Nummernschild – öffentlich lesbar, aber ohne Zugriff auf die Backend-Datenbank bedeutungslos. Für sensible Anwendungen verwenden wir jedoch Crypto-Tags mit hoher Verschlüsselung, die nicht geklont werden können. Zusätzlich können Tags passwortgeschützt werden, um unbefugtes Schreiben zu verhindern. Zum Schutz der Privatsphäre können Tags am Point-of-Sale per 'Kill-Command' dauerhaft deaktiviert werden.

Kann jemand meine Informationen von einer RFID-Karte 'abfangen' oder stehlen?

Dies ist ein populärer Mythos aus Filmen, aber die Realität ist weit weniger beängstigend. Während ältere Proximity-Karten einfacher aufgebaut waren, nutzen moderne kontaktlose Kreditkarten und Reisepässe ausgeklügelte Verschlüsselungen und dynamische Wechselcodes. Das bedeutet, dass sich die Daten bei jeder Transaktion ändern. Selbst wenn es jemandem mit einem leistungsstarken Lesegerät gelänge, mit Ihrer Karte zu interagieren, wären die erfassten Daten ein Einmalcode, der für künftige Transaktionen nutzlos ist. Das Risiko in der realen Welt ist verschwindend gering.

Wie sieht die Zukunft der RFID-Technologie aus?

In der Zukunft geht es um allgegenwärtige Konnektivität. Wir bewegen uns auf eine Welt zu, in der fast jeder physische Gegenstand – von der Kleidung, die Sie tragen, bis zu den Lebensmitteln, die Sie kaufen – eine digitale Identität hat. Wir steuern auf ein 'integriertes IoT' zu, bei dem RFID-Daten mit KI und Cloud-Analytics kombiniert werden, um smarte Lagerhäuser und vollautomatische Einzelhandelsumgebungen zu schaffen. Zudem sehen wir den Aufstieg von umweltfreundlichen Tags aus Papier statt Kunststoff, um Abfall zu reduzieren.